Direkt zum Seiteninhalt
Alfred Kubin
Als „Magier von Zwickledt“ wird der bekannte österreichische Zeichner, Grafiker und Illustrator oft bezeichnet. Er selbst nannte sich den „Organisator des Ungewissen, Zwitterhaften, Dämmerigen [und] Traumartigen“. In seinen Arbeiten ließ er eine ganz eigene, unverwechselbare, wahrhaft fantastische Motivwelt entstehen. Immer wieder werden dabei sein satirischer Blick und die ernste Weltsicht deutlich. Trotz der großen stilistischen Verschiedenheit schätzten die Künstler des „Blauen Reiter“ Kubin sehr. 1911 trat er der Künstlergruppe bei und blieb bis zu ihrer Auflösung 1914 Mitglied.

Alfred Kubin und sein Schaffen
Alfred Kubins Kindheit und Jugend ist geprägt von negativen Erfahrungen, die in einem Selbstmordversuch im Alter von 19 Jahren am Grab der Mutter gipfeln. Das Zeichnen und die vermehrte Zuwendung des sonst autoritären Vaters verleihen ihm wieder Lebensmut. 1898 geht er nach München, um Kunst zu studieren. Alptraumhafte, phantastische und groteske Bildmotive kennzeichnen sein zeichnerisches Frühwerk, wovon die 1903 erschienene Weber-Mappe ein eindrucksvolles Zeugnis gibt. Seinen Stil beschreibt er später als „malerisch“. Nach einer Schaffenskrise orientiert er sich neu. Es entstehen farbenprächtige Bilder in Kleistertechnik und Tempera. In einer erneuten Krise beginnt er, seinen ersten und einzigen Roman niederzuschreiben. „Die andere Seite“ wird schließlich zu einem der wichtigsten Werke der phantastischen Literatur. In seinem „Spätwerk“ ab 1909 konzentriert sich Kubin fast ausschließlich auf die Federzeichnung. Eine impulsive Zeichenweise sowie ein dichtes Liniennetz und Schraffuren sind für seine Arbeiten charakteristisch. Trotz der stilistischen Verschiedenheit zu den übrigen Künstlern wird Alfred Kubin Mitglied des bekannten Künstlerkreises „Blauer Reiter“.
Lithographien machen nur einen kleinen Teil in seinem Gesamtwerk aus. In dieser Ausstellung bilden sie aber den Schwerpunkt. Von der inhaltlichen Struktur sind sie eingebunden in Kubins Bildwelten, doch wird oft ein anderer Stil deutlich, „eine überlegtere, ruhige, die konstruktiven Linien betonende Art“, wie Kubin selbst sagte. Die Lithographien erlangen rasch Popularität und vergrößern Kubins Anhängerkreis.
Zurück zum Seiteninhalt